Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Gewalt kommt auch auf Sylt nicht in die Tüte

Foto: © Heiko Wiegand / Sylter Spiegel GmbH

Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.): Brigitte Umbreit (BBZ Sylt und Sylter Frauennetzwerk), Susanne Raap (Frauenberatungsstelle und Notruf NF, Niebüll), die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Sylt, Andrea Dunker, Martina Sander und Elisabeth Warda

Mi, 04. Dez 2019
Sylt

Westerland.(hwi) Anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen gab es am Montag auch in Westerland zwei Aktionen. Zum einen wurde vor dem Rathaus die Fahne des 1981 in Hamburg gegründeten Vereins „Terre des Femmes“ gehisst. Der Verein setzt sich für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen weltweit ein. Die Fahne wird noch bis einschließlich Freitag, 29. November, vor dem Rathaus wehen.

Zum anderen fand unter dem Motto „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ wieder eine Brötchentütenaktion vor dem Bahnhof statt. Frauen verschiedener Organisationen aus Westerland und Niebüll verteilten die Brötchentüten am Morgen vor dem Bahnhof. Broder Raffelhüschen, Chef der gleichnamigen Bäckerei, hat, wie auch in den vergangenen Jahren, für die Aktion 250 Brötchen kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf den Tüten ist der Slogan „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ zu lesen. Außerdem sind darauf Telefonnummern gedruckt, die Frauen anwählen können, wenn sie mit Gewalt konfrontiert werden oder wurden.

30 Prozent aller Mädchen und Frauen ab 15 Jahren erfahren nach Angaben der Veranstalter mindestens einmal in ihrer Beziehung körperliche oder sexuelle Gewalt, wird die Weltgesundheitsorganisation WHO zitiert. Gewalt ist in vielen Familien trauriger Alltag: Allein in Hamburg meldeten sich im Jahr 2017 bei 13 Hamburger Beratungs- und Schutzeinrichtungen mehr als 5.700 betroffene Frauen und Kinder. Aktuell ist ein Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch Flucht und prekäre Lebensbedingungen in Flüchtlingsunterkünften zu verzeichnen.

Die Brötchentütenkampagne

• stärkt und unterstützt betroffene Frauen

• informiert über Wege aus der Gewalt

• diskutiert das Thema in der Öffentlichkeit

• stellt das Hilfenetz vor

Wenn Frauen Hilfe benötigen, sind Fachleute des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben unter der Telefonnummer 08000 116016 ist 24 Stunden lang jeden Tag im Jahr erreichbar.