Annett Louisan im Meerkabarett: Ich will doch nur spielen ...
Rantum.(pb) Annett Louisan hat sich verwandelt – nicht nur äußerlich. Die kleine Sängerin mit der großen unverkennbaren Stimme ist jetzt dunkelhaarig statt blond, rockig-offensiv statt naiv-zurückhaltend. Von Beginn an beherrschte sie die Bühne bei ihren Konzerten am Wochenende im Meerkabarett – fand schnell den Kontakt zum Publikum, ging sogar durch die Stuhlreihen zu ihren Fans.
Und die waren begeistert bei dem über zweistündigen Konzert, einer abwechslungsreich gestalteten "Best-of-Tour" durch alle Alben von "Bohème" bis zum aktuellen "Teilzeithippie". Annett Louisan präsentierte mit Kraft und viel Augenzwinkern bissig-ironische Texte wie "Drück die 1" und "Mama will ins Netz" oder den Dauerbrenner "Eve" zum Thema „Komplimente unter Frauen“, aber auch gefühlvoll-traurige Balladen über Liebe, Abschied und Tod. Der zweite Teil des Konzerts nach der Pause war deutlicher durch Jazz- und Rock-Rhythmen geprägt: „Ich brauch Stoff“ sang Annett Louisan mit einer Stimme wie Janis Joplin – „und Schuhe brauch ich auch!“
Stets überzeugend und mit sich fast zur Ekstase steigernder Spielfreude die Musiker der Band: Gitarrist Mirko Michalzik, Schlagzeuger Christoph Buhse und Olaf Casimir am Bass wechselten gekonnt in verschiedene Stilrichtungen wie Pop, Rock und Folk oder auch Bossa-Nova und Varietémusik. Ruhender Pol im Zentrum der Bühne war Jürgen Kumlehn an den akustischen Gitarren, während Friedrich Paravicini mal rockig-swingend Mundharmonika, Akkordeon und Wurlitzer-Orgel spielte, aber ebenso dem Cello einfühlsame Klänge entlockte.
Doch Annett Louisan überzeugte auch ohne Begleitung: mit einer A-Cappella-Version ihres Erfolgstitels "Das Gefühl", die mit Bravos belohnt wurde. Kurz vor Schluss dann die „Tour-Spezialversion“ von "Das Spiel" – dann standen alle und viele tanzten im Publikum und erklatschen sich drei Zugaben.


